„Was erwartest du auch vom Internet?“ – „Mehr als das.“

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Wer sich für die Möglichkeiten eines respektvolleren Umgangs miteinander im Internet interessiert, sollte sich unbedingt diesen Artikel auf Wired durchlesen.

As a widely read article in January’s Pacific Standard noted, “Internet harassment is routinely dismissed as ‘harmless locker-room talk,’ perpetrators as ‘juvenile pranksters,’ and victims as ‘overly sensitive complainers.’” What else, in other words, would you expect from the Internet? But the Internet is now where we socialize, where we work. It’s where we meet our spouses, where we build our reputations. Online harassment isn’t just inconvenient, nor is it something we can walk away from with ease. It’s abhorrent behavior that has real social, professional, and economic costs

Leider wird die gesamte Diskussion über/zu ‚online harassment‘ oft genau von den Elementen sabotiert, die in der Diskussion besprochen werden sollen: Bullys und Trollen, welche die Notwendigkeit für Veränderung abtun und Betroffene trivialisieren und marginalisieren.

Really, freedom of speech is beside the point. Facebook and Twitter want to be the locus of communities, but they seem to blanch at the notion that such communities would want to enforce norms—which, of course, are defined by shared values rather than by the outer limits of the law. Social networks could take a strong and meaningful stand against harassment simply by applying the same sort of standards in their online spaces that we already apply in our public and professional lives. That’s not a radical step; indeed, it’s literally a normal one. Wishing rape or other violence on women or using derogatory slurs, even as “jokes,” would never fly in most workplaces or communities, and those who engaged in such vitriol would be reprimanded or asked to leave. Why shouldn’t that be the response in our online lives?

Ich finde es gut, wie der Artikel herausstellt, dass es hier nicht um Verbote geht, d.h. also die Einschränkung der Meinungsfreiheit. Wenn man gewisse Dinge äußert – und auch das Internet bzw. bestimmte Communitys darin gelten als sozialer Raum – muss man sich eben auch der möglichen Konsequenzen bewusst sein.

Eine Haltung nach dem Motto „Ich sag halt meine Meinung, und ich benutze Worte, die ich für angemessen halte – deal with it!“ finde ich absolut unpassend. Egal, um welche Form der Diskriminierung es in dem Zusammenhang geht, wir als Mitglieder von sozialen Gemeinschaften im Netz müssen nicht nur für uns selbst, sondern auch andere einstehen, um keinen Boden für abwertende Äußerungen oder gar hasserfüllte Drohungen zu schaffen. Inwiefern restriktive Richtlinien innerhalb von Gemeinschaften hilfreich sein können/werden, bleibt abzuwarten.

Du bist du und nicht dein Geschlecht

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Reblog von Nerdcore:

You Are You: A photobook about gender unique children ist ein Buchprojekt auf Kickstarter, das vor etwa einer Stunde erfolgreich gebackt wurde.

 

Camp You Are You offers a unique opportunity for gender-nonconforming children to express themselves creatively in an environment that is safe and free from judgment. I have been documenting the celebratory atmosphere of this camp for the past six years while attending with a loved one. These images serve to tell the story of the first generation of children allowed to lead an openly LGBT childhood. I would like to share this experience with others in the form of a documentary art book.

Ich finde es ein bisschen schade, dass mir im Video nur Transmädchen aufgefallen sind. Dies könnte schließlich suggerieren, dass Mädchen, die gerne als Jungen leben möchten, in unserer Gesellschaft akzeptiert wären und daher ein Camp dieser Art nicht benötigen. Dabei möchte ich natürlich nicht abstreiten, dass es für Jungs durchaus schwieriger sein kann, sich in einem pinken Kleid zu präsentieren, als wenn Mädchen sich im Alltag etwas ‚jungenhafter‘ geben.
Nichtsdestotrotz ein wunderbares Projekt! Ich freue mich sehr für alle Kids, deren Eltern ihnen diese freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit ermöglichen.

Das Ende Europas?

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Also Addendum zu meinem vorherigen Beitrag:

Wie brisant der Gewinn eines Gesangswettbewerbs doch sein kann, zeigt sich in diesem Artikel bei Spiegel Online.

Die russische Politik nimmt den Sieg der Dragqueen allerdings nicht ganz so gelassen. Der rechts-nationalistische LDPR-Abgeordnete Wladimir Schirinowski, bekannt als Populist, der gerne mal mit scharfen Sprüchen provoziert, wurde am Sonntag im russischen Fernsehen ausfällig: „Unsere Empörung ist grenzenlos, das ist das Ende Europas“, sagte der 58-jährige Politiker. „Da unten gibt es keine Frauen und Männer mehr, sondern stattdessen ein Es„, ergänzte Schirinowski mit Blick auf den Geschlechter verwischenden ESC-Gewinner aus Wien und fügte hinzu: „Vor 50 Jahren hat die sowjetische Armee Österreich besetzt, es freizugeben war ein Fehler, wir hätten dort bleiben sollen.“

Conchita Wurst auch von politischem Interesse? I fucking think so. Sie symbolisiert gerade jetzt in den Mainstream-Medien ein Konzept des ungewissen Geschlechts, dass alten weißen konservativen Männern das Fürchten lehrt. Ich konnte mir ein Lächeln bei dieser Nachricht wirklich nicht verkneifen.